Im Verborgenen agierender Kreis jüdischer Milliardäre

Die öffentlich sichtbaren Spuren der Mega Group mögen verwischt sein; doch die von ihr geschaffenen Machtstrukturen setzen ihre Aktivitäten fernab der Öffentlichkeit fort. Je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto stärker gewinnt die Behauptung an Gewicht, Amerika gleiche weniger einer sich selbst regierenden Republik als vielmehr einer Bühne, die von privaten jüdischen Netzwerken gelenkt werde, die keinerlei Rechenschaft gegenüber Wählerinnen und Wählern ablegen. Das eigentliche Rätsel ist nicht, was die Mega Group einst war, sondern was ihre Nachfolger heute im Schatten stillschweigend steuern.
Dezember 18, 2025
image_print

Die meisten Amerikaner haben den Namen der Mega Group noch nie gehört. Doch dieses stille Konsortium jüdischer Milliardäre ist durch das wachsende öffentliche Interesse an Jeffrey Epstein erneut ins Blickfeld geraten. Während Epsteins Name wieder die Schlagzeilen beherrscht, rückt auch das merkwürdige Unterstützerumfeld um ihn herum in den Fokus: Oligarchen, ehemalige Geheimdienstler und einflussreiche Akteure aus der Welt der Philanthropie.

Im Zentrum dieser Galerie schattenhafter Figuren steht Leslie Wexner, einer der einflussreichsten Förderer des zionistischen Projekts. Gemeinsam mit dem kanadischen Spirituosen-Erben Charles Bronfman gründete er 1991 die Mega Group. Diese Formation, die in manchen Quellen auch als „Working Group“ bezeichnet wird, wurde in einem Porträt des Wall Street Journal aus dem Jahr 1998 als „locker organisierter Klub der 20 reichsten und einflussreichsten jüdischen Geschäftsleute des Landes“ beschrieben, dessen Schwerpunkt auf „Philanthropie und Judentum“ liege. Doch schon in den frühen Berichten waren Anzeichen einer tiefergehenden Struktur erkennbar. Eine Analyse auf der Website Miftah charakterisierte die Mega Group als einen informellen, aber mächtigen Klub jüdisch-amerikanischer Milliardäre und Unternehmer, der in Jerusalem und Washington rasch Aufmerksamkeit erregte.

Israelische Geheimdienstquellen beschrieben die Mega Group später als Instrument für Einflussoperationen in den Vereinigten Staaten. Analysten verwiesen auf die Kontakte der Gruppe zum israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad, ihre enge Abstimmung mit der breiteren Israel-Lobby sowie ihre Vorliebe für Aktivitäten hinter verschlossenen Türen. Was an der Oberfläche wie Philanthropie wirkte, begann zunehmend einer privaten politischen Maschine zu ähneln.

Architekten des Netzes jüdischer Oligarchen

Der offiziellen Darstellung zufolge gründeten Wexner und Charles Bronfman die Mega Group 1991, um groß angelegte jüdische Wohltätigkeitsaktivitäten zu koordinieren. Ein späterer Entwurf dieses Netzwerks zeigt, dass die Struktur mit rund 20 Mitgliedern begann, von denen fast alle Milliardäre oder nahezu Milliardäre waren. Laut Executive Intelligence Review und anderen Quellen wuchs die Mitgliederzahl bis 2001 auf etwa 50 an. Das Wall Street Journal berichtete zudem von einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von rund 30.000 US-Dollar.

Die Mitgliederliste lässt sich wie eine Machtkarte jüdischer Eliteinstitutionen lesen. Zu den prominenten Namen zählten:

  • Leslie Wexner, Gründer von The Limited und Victoria’s Secret.

  • Charles und Edgar Bronfman, Erben des Seagram-Spirituosenimperiums und langjährige Führungspersönlichkeiten des Jüdischen Weltkongresses.

  • Michael Steinhardt, Pionier des Hedgefonds-Managements, von Hedge Fund Alpha und MicroCapClub als einer der erfolgreichsten Investoren der Wall Street bezeichnet.

  • Max Fisher, in Detroit ansässiger Öl-Magnat und einflussreiche Figur der Republikanischen Partei; Berater zahlreicher Präsidenten von Eisenhower bis George W. Bush in jüdischen und nahöstlichen Fragen.

  • Ronald Lauder, Erbe des Estée-Lauder-Vermögens und später Präsident des Jüdischen Weltkongresses.

  • Harvey Meyerhoff, Immobilienmilliardär aus Baltimore, Gründungspräsident des United States Holocaust Memorial Museum; zudem in Profilen seiner eigenen Stiftung und von Pi Lambda Phi erwähnt.

  • Laurence Tisch, Vorsitzender der Loews Corporation; sein Sohn James übernahm später die Führung der United Jewish Communities.

Verschiedene Untersuchungen – darunter eine umfassende Recherche von MintPress News – argumentierten, dass dieser Kreis weit mehr als ein gewöhnlicher Philanthropenklub gewesen sei. Im Kern habe die Mega Group als zentraler Knotenpunkt eines Netzwerks fungiert, in dem Geld, Medien, Geheimdienste und zionistische Lobbyarbeit in einem einzigen oligarchischen Projekt zusammenliefen. Diese Struktur habe als paralleler Machtmechanismus gearbeitet, der den traditionellen legislativen Prozess vollständig umging.

Wexner, Epstein und das Anwesen in Manhattan

Leslie Wexner ist womöglich die Schlüsselfigur dieser Geschichte – nicht nur wegen seines Unternehmensimperiums, sondern auch wegen seiner einzigartigen Beziehung zu Jeffrey Epstein. Wexner baute sein Vermögen ab 1963 mit der Gründung von The Limited auf und erweiterte sein Geschäft später mit Marken wie Victoria’s Secret, Bath & Body Works, Abercrombie & Fitch und weiteren unter dem Dach von L Brands. Anfang der 2020er-Jahre wurde sein Nettovermögen auf 4,5 bis 7 Milliarden US-Dollar geschätzt. Damit zählte er zu den reichsten Menschen der Vereinigten Staaten und gehörte zu den am längsten amtierenden CEOs von Fortune-500-Unternehmen.

Dann tritt Epstein auf den Plan. Ein ehemaliger Mathematiklehrer ohne Hochschulabschluss, der Anfang der 1980er-Jahre auf bislang ungeklärte Weise zum Finanzverwalter Wexners wurde. Die Jewish Telegraphic Agency berichtete, Wexner habe Epstein die Kontrolle über „sein gesamtes Vermögen“ übertragen. Vanity Fair enthüllte zudem, dass Wexner Epstein sein 51.000 Quadratfuß großes Stadthaus in Manhattan sowie einen ursprünglich The Limited gehörenden Privatjet überließ. Nach dieser Übertragung wurde Epsteins Wohnsitz zu einem der größten privaten Häuser in New York City.

Ehemalige Führungskräfte von Victoria’s Secret erinnerten sich an die seltsame Dynamik zwischen den beiden und berichteten, Wexner habe sich in Meetings Epstein untergeordnet. Einer von ihnen erinnerte sich: „Les legte Epstein die Hand auf die Schulter.“ Nach Epsteins Verhaftung im Jahr 2019 erklärte Wexner in einem Schreiben an seine Stiftung, er sei finanziell manipuliert worden und habe von Epsteins kriminellen Aktivitäten nichts gewusst. Diese Erklärung vertiefte das Rätsel jedoch eher. Laut Vanity Fair belief sich Epsteins Vermögen auf etwa 559 Millionen US-Dollar – Wexner war sein einzig vollständig dokumentierter Kunde. Öffentliche Aufzeichnungen darüber, wie diese Summen zustande kamen, existieren nicht.

Die wohl brisantesten Einschätzungen stammen von ehemaligen Geheimdienstlern und investigativen Journalisten. Ihnen zufolge agierte Epstein als Teil eines israelischen sexuellen Erpressungsapparats. Der frühere israelische Geheimdienstoffizier Ari Ben-Menashe behauptete in Aussagen gegenüber Electronic Intifada und anderen Plattformen, Epstein und die britisch-jüdische Gesellschaftsdame Ghislaine Maxwell hätten für den israelischen Militärgeheimdienst gearbeitet und seien auf Erpressung spezialisiert gewesen. Ben-Menashe sagte zudem, er habe Epstein in den 1980er-Jahren im Büro von Ghislaine Maxwells Vater Robert Maxwell gesehen, der weithin als israelischer Agent galt. In dem von Wexner an Epstein überlassenen Stadthaus in Manhattan sollen sich nach Angaben verschiedener Ermittler – darunter Autoren von MintPress News – versteckte Überwachungskameras befunden haben.

Der in der Washington Times schreibende frühere NSA-Gegenaufklärungsoffizier John Schindler, der in zahlreichen Überblicksarbeiten zitiert wird, argumentierte, Epstein habe innerhalb eines größeren israelischen verdeckten Operationsnetzwerks agiert. Schindler betonte insbesondere die Wexner-Verbindung und erklärte: „Wir wissen, dass der milliardenschwere Gönner Jeffrey Epsteins Mitbegründer dieser Gruppe war. Der Rest ist Spekulation.“ Er schlug vor, dass der Kongress oder ernsthafte investigative Journalisten die Mega Group als Ausgangspunkt nehmen sollten, um diesen Komplex aufzuklären.

Philanthropie als soziale Ingenieurskunst

Die Mega Group nutzte philanthropische Projekte äußerst wirkungsvoll, um jüdische Identität neu zu formen und Diasporagemeinschaften mit den Interessen Israels in Einklang zu bringen. Das deutlichste Beispiel dafür ist das als „Taglit“ bekannte Programm Birthright Israel, das jungen jüdischen Erwachsenen kostenlose zehntägige Reisen nach Israel anbietet. Charles Bronfman und Michael Steinhardt starteten Birthright im Jahr 1999. Berichten von eJewishPhilanthropy und dem Jewish Journal zufolge spendeten Bronfman und Steinhardt jeweils zwischen 8 und 10 Millionen US-Dollar. Zwölf weitere Geldgeber – darunter Edgar Bronfman und Lynn Schusterman – steuerten über einen Zeitraum von fünf Jahren jeweils 5 Millionen US-Dollar bei. Der Staat Israel verdoppelte diese Mittel, sodass zunächst ein Finanzvolumen von rund 140 Millionen US-Dollar entstand.

Leonard Saxe von der Brandeis University bezeichnete Birthright in einem im Jewish Journal zitierten Beitrag als „das bislang größte jüdische Bildungsprogramm“. Ziel des Programms ist es, die jüdische Identität zu stärken, Mischehen und Assimilation entgegenzuwirken und die Bindung an Israel zu vertiefen. Im Kern stellt Birthright eine groß angelegte Initiative zur Identitätsbildung dar, finanziert von jüdischen Milliardären, unterstützt vom Staat Israel und konzipiert, um Juden in den Vereinigten Staaten zu mobilisieren.

Die Mega Group leitete zudem erhebliche Mittel an Hillel International und an die jüdische Bildung in Nordamerika weiter. Ein 1998 im Wall Street Journal erschienener Artikel über die philanthropischen Aktivitäten der Gruppe legte offen, dass eine kleine Gruppe von Mitgliedern sich 1994 verpflichtete, über fünf Jahre hinweg jährlich insgesamt 1,3 Millionen US-Dollar zu spenden, um Hillel neu zu finanzieren. Später gründeten sechs Mitglieder die Partnership for Jewish Education, die Matching-Grants für jüdische Tagesschulen vergibt, und spendeten dafür jeweils 1,5 Millionen US-Dollar. Diese Schritte stärkten ein weit verzweigtes Netz von Tagesschulen und Campus-Organisationen erheblich, die eine ausgeprägt zionistische Weltanschauung fördern.

Insgesamt finanzierte dieses philanthropische Imperium somit nicht nur religiöse oder kulturelle Aktivitäten. Es trug auch zum Aufbau einer Infrastruktur bei, die unter jungen jüdischen Generationen in den Vereinigten Staaten eine unerschütterliche Bindung an Israel förderte.

Thinktanks, Konferenzen und politische Botschaften

Der Einfluss der Mega Group reichte tief nach Washington hinein. Viele ihrer Mitglieder saßen im Vorstand des Washington Institute for Near East Policy (WINEP), eines Thinktanks, der aus dem Umfeld von AIPAC hervorging und von John Mearsheimer und Stephen Walt als eines der Kernelemente der Israel-Lobby in den Vereinigten Staaten beschrieben wurde. Wie Quellen wie Media Bias Fact Check und Militarist Monitor festhalten, betreibt WINEP Forschung, schult Militärpersonal und briefed Regierungsvertreter zur Nahostpolitik. Ende der 1990er-Jahre gehörten Charles und Edgar Bronfman, Max Fisher, Harvey Meyerhoff und Michael Steinhardt dem Vorstand von WINEP an. (Heute wird WINEP von Robert Satloff geleitet, der bereits in zwei TOO-Artikeln erwähnt wurde; die aktuellen Vorstandsmitglieder sind dort ebenfalls aufgeführt.)

Der Einfluss dieses Netzwerks auf die organisierte jüdische Führung war ebenso bemerkenswert. In denselben Kreisen bewegte sich Malcolm Hoenlein, der zunächst als stellvertretender Vorsitzender und später als geschäftsführender Direktor der Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations fungierte. Diese Konferenz dient in außenpolitischen Fragen als faktische öffentliche Stimme der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft.

Bis 2003 integrierte dieses ohnehin sehr mächtige Gefüge zusätzlich professionelle republikanische Messaging-Expertise. Die Gruppe engagierte den Meinungsforscher Frank Luntz, der für sprachliche Leitfäden auf Basis von Fokusgruppenanalysen bekannt ist. Luntz erstellte umfassende Handbücher für Israel-Befürworter, darunter eines, das als Global Language Dictionary bekannt wurde. Darin stellte er fest, dass die Siedlungen Israels größtes PR-Problem seien, und riet seinen Lesern, den Diskurs von „Land“ auf „Terror“ zu verlagern. Die Kernbotschaft des Leitfadens war unmissverständlich:

„Es kommt nicht darauf an, was Sie sagen, sondern darauf, was die Menschen hören.“

Mit Luntz’ Unterstützung rahmten die Mega Group und mit ihr verbundene Institutionen den Diskurs in den Vereinigten Staaten so, dass Israels Sicherheit über die Rechte der Palästinenser gestellt wurde und Kritik an israelischer Politik leicht als Extremismus oder Intoleranz gebrandmarkt werden konnte.

Das MEGA-Spionagerätsel von 1997

Im Jahr 1997 brach in Washington eine separate Geschichte über etwas aus, das als „MEGA“ bezeichnet wurde. Die Washington Post enthüllte, dass die US-amerikanische Signalaufklärung ein Telefongespräch zwischen zwei israelischen Geheimdienstoffizieren abgehört hatte. Einer der Offiziere sagte unter Bezugnahme auf einen Brief von Außenminister Warren Christopher an Jassir Arafat: „Der Botschafter möchte, dass ich zu MEGA gehe, um eine Kopie dieses Briefes zu bekommen.“ Sein Vorgesetzter antwortete: „Dafür benutzen wir MEGA nicht.“

Ermittler in den Vereinigten Staaten vermuteten, dass MEGA einen hochrangigen Informanten innerhalb der oberen Regierungsebenen bezeichnete. Einige glaubten, diese Figur könne mit dem Spionagefall Jonathan Pollard in Verbindung stehen – womöglich sogar der geheimnisvolle „Mr. X“ gewesen sein, der Pollard angewiesen habe, welche Dokumente er anfordern solle. Israel erklärte zunächst, MEGA sei lediglich ein Codename gewesen, der für die Central Intelligence Agency verwendet worden sei.

Der frühere NSA-Gegenspion John Schindler erklärte später, israelische Geheimdienstkreise hätten MEGA als Instrument für Spionage- und Einflussoperationen in den Vereinigten Staaten betrachtet. Als die Öffentlichkeit von der Existenz einer separaten Formation erfuhr, die von Wexner und Bronfman gegründet worden war und als Mega Group bekannt wurde, intensivierten sich die Spekulationen über einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Geschichten. Ob es eine direkte Verbindung gab, wurde durch eine offizielle Untersuchung nie abschließend geklärt. Der zeitliche Zusammenhang und die sich überschneidenden Akteure trugen jedoch dazu bei, dass die Frage weiterhin gestellt wurde.

Robert Maxwell, PROMIS und die Überwachungs-Hintertür

Wenn Epstein und Wexner den einen Pol dieser Geschichte bilden, verkörpert Robert Maxwell den anderen. Der britische Medienmogul und Vater von Ghislaine Maxwell gilt seit Langem als Mossad-Agent. Gordon Thomas und andere Forscher haben seine Aktivitäten in Werken wie Robert Maxwell: Israel’s Superspy detailliert dokumentiert.

Wie MintPress News hervorhob, unterhielt Maxwell enge geschäftliche Beziehungen zu Charles Bronfman. Ihm wird vorgeworfen, bei der Verbreitung einer modifizierten Version der Software PROMIS an den israelischen Geheimdienst geholfen zu haben. PROMIS war ursprünglich von der Firma Inslaw für das US-Justizministerium entwickelt worden – ein Fallmanagementsystem, das unterschiedliche Datenbanken integrieren und Personen verfolgen konnte.

Israelische Agenten fügten der Software angeblich eine geheime Hintertür hinzu und nutzten Maxwell als Vertriebspartner, um das Programm an ausländische Regierungen und bedeutende Institutionen zu verkaufen, darunter auch sensible nukleare Einrichtungen wie Los Alamos. Über diese Hintertür konnten Daten von Kunden, die glaubten, ihre Informationssysteme zu modernisieren, heimlich ausgelesen werden. Ehemalige Geheimdienstmitarbeiter wie Ari Ben-Menashe sagten aus, Maxwell habe Abkommen geschlossen, um diese erweiterte Software an den israelischen Geheimdienst und andere Abnehmer zu verkaufen.

Maxwell kam 1991 unter äußerst verdächtigen Umständen ums Leben, als er von seiner Yacht stürzte. Offiziell wurde sein Tod als Unfall oder möglicher Suizid eingestuft. Viele Beobachter waren jedoch der Ansicht, es habe sich um eine „Säuberungsaktion“ gehandelt, weil seine Rolle öffentlich zu sichtbar geworden sei.

Setzt man Maxwells Aktivitäten in Beziehung zum Aufstieg der Mega Group, zum Epstein-Skandal und zu dokumentierten aggressiven Mossad-Operationen in den Vereinigten Staaten, ergibt sich weniger eine Kette von Zufällen als vielmehr die Architektur verdeckter Einflussnahme.

Organisierte Kriminalität und Medienkontrolle

Einige Mitglieder der Mega Group stammten aus Familien mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Michael Steinhardts Vater Sol „Red McGee“ Steinhardt war Geschäftspartner des jüdischen Mafiabosses Meyer Lansky, einer der mächtigsten Figuren der organisierten Kriminalität des 20. Jahrhunderts. Hinweise auf diese Verbindungen finden sich in verschiedenen Porträts und Analysen zu Steinhardts Leben, darunter auch kritische Beiträge in sozialen Medien, die die Idee einer „Mega-Group-Mafia“ untersuchen. Das Bronfman-Imperium wuchs seinerseits teilweise während der Prohibitionszeit durch den Alkoholhandel, ein Sektor, der eng mit Schmuggelnetzwerken verflochten war.

Dank weitreichender Verbindungen in der englischsprachigen Medienwelt verfügte die Mega Group zudem über direkte Medienmacht. Wexner saß im Vorstand der Hollinger Corporation, die Zeitungen wie die Jerusalem Post, die Chicago Sun-Times und den Daily Telegraph besaß. Die Bronfmans hielten bedeutende Anteile an AOL Time Warner, einem der größten Medienkonzerne seiner Zeit. Ronald Lauder wiederum kontrollierte einflussreiche Medienhäuser in Israel und Osteuropa.

Diese Medienbeteiligungen formten nicht nur die öffentliche Meinung, sondern schützten zugleich das Netzwerk. Kritische Berichterstattung über Epsteins angebliche Verbindungen zu Israel blieb jahrelang selten. Wie Electronic Intifada und andere Quellen anmerken, deutet dies darauf hin, dass große Medienhäuser eine ernsthafte Untersuchung der behaupteten geheimdienstlichen Verbindungen Epsteins mieden.

Von Philanthropie zur Oligarchie

Von ihrer Gründung im Jahr 1991 bis zur letzten bestätigten Zusammenkunft im Jahr 2001 im Manhattaner Stadthaus von Edgar Bronfman fungierte die Mega Group wie eine Art oligarchischer Privatrat. Bei diesen zweimal jährlich stattfindenden Treffen trafen wohlhabende jüdische Geldgeber Entscheidungen, die die Politik der Vereinigten Staaten gegenüber Israel maßgeblich beeinflussten. Insgesamt wirkte die Gruppe wie ein de-facto-Gremium informeller Politikgestaltung.

Nach 2001 verschwand die Mega Group aus der öffentlichen Wahrnehmung. Sie könnte sich aufgelöst haben – oder, wahrscheinlicher, ihre Aktivitäten wesentlich diskreter fortgesetzt haben. Klar ist jedoch: Die Infrastruktur, zu deren Aufbau sie beitrug, besteht weiterhin.

  • Birthright Israel zählt nach wie vor zu den erfolgreichsten jüdischen Bildungsprogrammen weltweit.

  • Die aus früheren Föderationen hervorgegangenen United Jewish Communities lenken weiterhin jährlich Milliardenbeträge.

  • Der Jüdische Weltkongress bleibt unter dem Vorsitz von Ronald Lauder ein einflussreicher Akteur der globalen Diplomatie.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die öffentlich sichtbaren Spuren der Mega Group mögen verblasst sein, doch die von ihr geschaffenen Machtstrukturen wirken im Verborgenen fort. Je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto stärker gewinnt die Behauptung an Gewicht, Amerika gleiche weniger einer sich selbst regierenden Republik als vielmehr einer Bühne, die von privaten jüdischen Netzwerken gelenkt werde, die keiner Wählerschaft Rechenschaft schuldig sind. Das eigentliche Rätsel ist nicht, was die Mega Group einst war, sondern was ihre Nachfolger heute im Schatten stillschweigend steuern.

Quelle: https://www.theoccidentalobserver.net/2025/12/13/the-jewish-billionaire-circle-hiding-in-plain-sight/