Nach dem Inflationsbericht
Wir stehen insbesondere vor einem Bild, das im Widerspruch zur Grundlogik des Inflationszielsystems steht. Denn obwohl die TCMB angibt, ihr Zwischenziel bei 16 % zu belassen, hat sie den Prognosebereich auf 15 % bis 21 % angehoben und damit den Mittelwert auf 18 % erhöht. Wenn laut Wirtschaftstheorie das Zwischenziel bei 16 % liegt und der Mittelwert der Prognose auf 18 % steigt, bedeutet dies, dass das Ziel überschritten wurde und eine Straffung erforderlich ist. Das heißt, wenn der Kampf nicht aufgegeben wird, muss der Zinssatz erhöht werden…
Die Stimmung auf dem Markt deutet jedoch genau auf das Gegenteil hin, nämlich auf eine Zinssenkung um 100 Basispunkte im März. Während die Abweichung vom Ziel im letzten Jahr 6 Basispunkte betrug, wird die diesjährige Abweichung von 5 Basispunkten zwar als Verbesserung dargestellt, doch in einem Umfeld, in dem der Mittelwert überschritten wurde, wirft diese mathematische Abweichung Fragen hinsichtlich der Ernsthaftigkeit des Kampfes auf.
Diese Inkonsistenz spiegelt sich auch in den Erwartungsumfragen wider. In einer Umfrage der Zentralbank unter 71 Personen stieg die Inflationserwartung für das Jahresende von 23,23 % auf 24,11 %. Betrachtet man jedoch die Marktberichte und die reale Situation, so scheint sich die Erwartung bei etwa 25 % zu verfestigen, und es scheint, dass die Marktexperten keine Hoffnung mehr haben, dass die Inflation in den nächsten 5 Jahren auf einstellige Werte sinken wird.
Das derzeitige optimistische Szenario der Zentralbank basiert auf der Annahme, dass der Ölpreis bei etwa 60 Dollar liegen wird. Wenn die Spannungen mit dem Iran ohne Folgen bleiben, könnte dies möglich sein, aber Brent-Öl wurde am vergangenen Freitag noch zu Preisen zwischen 67 und 68 Dollar gehandelt. Eine ähnliche Diskrepanz besteht auch bei der Lebensmittelinflation. Der Bericht prognostiziert für das gesamte Jahr einen Anstieg der Lebensmittelpreise um 19 %. Das ist nicht sehr glaubwürdig…
Die Daten für Februar zeigen uns deutlich, dass sich dieses Bild in zwei Monaten nicht ändern wird. In einer Umfrage von Bloomberg unter 14 Personen lag die Inflationserwartung für Februar bei 2,74 %, während die tatsächliche Inflation höchstwahrscheinlich 3 % übersteigen wird. Wenn die Inflation im Februar bei 3 % liegt, wird die saisonbereinigte Rate bei etwa 2,7 % liegen.
Zusammen mit den saisonbereinigten Daten von 2,9 % für Januar deutet dies auf eine Verschlechterung des allgemeinen Inflationstrends hin. Selbst wenn die Februar-Daten bei 2,7 % liegen, wird die jährliche Inflation wieder steigen und 31,3 % erreichen. Solange die Rate über den 2,27 % liegt, die im Februar nächsten Jahres einen Basiseffekt haben werden, wird die jährliche Inflation weiter steigen.
Auch für März sieht es nicht rosig aus. Angesichts der Inflationsrate von 2,46 % im März letzten Jahres scheint es schwierig, dass die jährliche Inflation einen Abwärtstrend einschlägt. Vielleicht wird im April mit einer Rate von etwa 3 % ein Basiseffekt spürbar sein, oder es ist im Mai mit einem niedrigen Basiseffekt von 1,53 % zu rechnen. Leider ist der allgemeine Trend jedoch aufwärtsgerichtet. Dennoch gibt es trotz alledem eine Erwartung, dass die Zinsen auf 30 % sinken werden, was mit den aktuellen Risiken nicht vereinbar ist.
Betrachtet man die Leistungsbilanz, so sehen wir ein Defizit von 25 Milliarden Dollar. Dies ist ein weiteres Anzeichen für eine Trendwende. Ohne Gold betrachtet, gab es Ende 2024 einen Überschuss von 3 Milliarden Dollar.
Nach den neuesten Daten ist nun ein Defizit von 5 Milliarden Dollar zu verzeichnen. Das bedeutet, dass sich die Leistungsbilanz innerhalb nur eines Jahres um 8 Milliarden Dollar verschlechtert hat. Diese Situation erhöht die Bedeutung der Zinssitzung am 12. März. Wenn die Inflation im Februar bei 3 % liegt und dennoch eine Senkung um 100 Basispunkte vorgenommen wird, sorgt dies für Verwirrung.
Die Lage der Reserven zeigt die Realität noch deutlicher, wenn man sie mit dem Trauma vom 19. März vergleicht. Zu diesem Zeitpunkt beliefen sich die Nettoreserven ohne Swaps und öffentliche Devisen auf 59 Milliarden Dollar. Auf derselben Basis berechnet, beläuft sich der Betrag heute auf 69,4 Milliarden Dollar, also auf dem Papier 10 Milliarden Dollar mehr. Dies ist jedoch eine trügerische Verbesserung, die auf den Anstieg der Goldpreise zurückzuführen ist. Wären die Goldpreise auf dem Niveau dieses Tages geblieben, müssten die heutigen Reserven 79 Milliarden Dollar betragen. Real liegen unsere Reserven also tatsächlich 10 Milliarden Dollar unter dem Niveau vom 19. März.
Letztendlich werden wir alle bald gemeinsam sehen, wie die Wirtschaft auf dieser fragilen mathematischen Grundlage weitermachen wird, ob angesichts der eindeutigen Signale für eine Zinserhöhung eine Zinssenkung vorgenommen wird oder nicht und ob nach 32 Monaten des Kampfes gegen die Inflation offiziell das Handtuch geworfen wird…